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DIE AUTOREN DR. MEBS UND DR. SCHMIDT

Mit freundlicher Genehmigung entnommen aus dem Manuskript des Vortrages von Dr. Theo Mebs am 5. November 2006 auf der Jahrestagung der Arbeitsgruppe Greifvögel in Nordrhein-Westfalen.

Der Autor Dr. Theodor Mebs (8.03.1930 - 24.07.2017)

Nachdem ich am 26. Oktober 1997 die Leitung dieser NWO-Arbeitsgruppe an Herrn Elmar Guthmann abgegeben habe, freue ich mich sehr darüber, heute mal wieder hier zu sein und viele alte Bekannte zu treffen. Schade, dass Herr Guthmann nicht teilnehmen kann. Gemäß seinem Wunsch soll ich Ihnen das neue Buch "Die Greifvögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens" vorstellen und berichten, wie es dazu gekommen ist.

Mein beruflicher Lebensweg

Von Kindheit an habe ich mich speziell für Greifvögel und Eulen interessiert. Im Alter von 12 Jahren kaufte ich mir in Würzburg mein erstes Buch "Die Raubvögel der Heimat" von Dr.h.c. Otto Kleinschmidt mit wunderschönen gemalten Bildern und sehr einfühlsamen Texten. Am Ende des Krieges 1945 war ich 15 Jahre alt und hatte 1,5 Jahre keine Schule. Da war ich in meinem Heimatdorf Castell so oft wie möglich im Wald, erkletterte die Horstbäume von Mäusebussarden und Rotmilanen, Turmfalken, Habichten und Sperbern. Am 10. August 1945 fand ich meinen ersten mit 2 Jungen besetzten Wespenbussardhorst. Das weiß ich deshalb noch so genau, weil ich schon damals alle ornithologischen Beobachtungen in Tagebüchern festgehalten habe. Dieser Gewohnheit bin ich bis heute treu geblieben. Ab Herbst 1946 hatte ich am Neuen Gymnasium in Bamberg als Biologie-Lehrer Dr. Josef Dietz, der mir Wanderfalken- und Uhu-Brutplätze in der Fränkischen Schweiz zeigte. Diese beiden Arten sind seitdem meine Lieblingsvögel, mit denen ich mich am intensivsten beschäftigt habe. Meinen Eltern bin ich sehr dankbar, dass sie mich dann das studieren ließen, was ich wollte, nämlich Biologie, Chemie und Geographie in Bamberg, Freiburg/Breisgau und München. Zu danken habe ich auch vier weiteren Personen, die meine Begeisterung für Greifvögel kannten und mich entsprechend unterstützten.

Meine Förderer

  1. Dr. Gerd Diesselhorst,
    ornithologischer Kustos an der Zoologischen Staatssammlung in München, der mich 1957 zu einer Dissertation über den Mäusebussard ermutigte, nachdem es mit einer vorherigen Untersuchungsarbeit an Fischen nicht geklappt hatte.
  2. Dr. Heinz Brüll,
    Wildbiologe, der mich 1960 als Lehrer für Landschaftkunde zur Kurzschule Weißenhaus an die Ostsee holte. Dort war ich dann 10 Jahre tätig, um den Schülern auf den täglichen Wanderungen die Zusammenhänge in der Natur zu erklären.
  3. Dr. Rudolf Breig,
    Chefarzt in Heilbronn, der mich dem kosmos-Verlag in Stuttgart empfohlen hat. 1964 erschien dort mein erstes Buch "Die Greifvögel Europas und die Grundzüge der Falknerei".
  4. Dr. Wilfried Przygodda,
    der mich 1970 als wissenschaftlichen Mitarbeiter an die Staatliche Vogelschutzwarte des Landes NW in Essen eingestellt hat.

Danach war ich 25 Jahre lang als Ornithologe im Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen und kann sagen, dass ich das seltene Glück hatte, mein Hobby zum Beruf zu machen.

Die aktuellen Bücher

Im Herbst 2000 erschien das großformatige, dicke Buch "Die Eulen Europas", das ich gemeinsam mit Wolfgang Scherzinger verfasst habe und das einen sehr guten Absatz fand. Deshalb plante der kosmos-Verlag, im gleichen Format und Layout auch ein Buch über "Die Greifvögel Europas" herauszubringen. Folglich suchte ich nach einem geeigneten jungen Co-Autor. Den fand ich mit Hilfe von Michael Jöbges, meinem ehemaligen Mitarbeiter an der Vogelschutzwarte in der LÖBF. Als ich am 17. November 2000 zu einer Vortrags-Veranstaltung nach Lüdinghausen kam, holte er mich gemeinsam mit Dr. Daniel Schmidt vom Bahnhof ab. Auf der Autofahrt zum Quartier erzählte ich den beiden von dem neuen Buchprojekt und dass ich dazu einen Co-Autor brauche. Da sagte Michael Jöbges: "Der sitzt hinter Ihnen!" und meinte damit Dr. Daniel Schmidt. Ein paar Wochen später habe ich letzteren angeschrieben und gefragt, ob er tatsächlich mitmachen will. Zu meiner großen Freude hat er zugesagt.

Entstehung des Buches "Die Greifvögel"

Daniel Schmidt führt seit vielen Jahren planmäßige Untersuchungen am Fischadler durch, hat bei Prof. Michael Stubbe in Halle/Saale promoviert und leitet seit 2000 das Vogelschutzzentrum Mössingen (Baden-Württemberg). Er hat den umfangreichen, allgemeinen Teil des neuen Buches konzipiert und ausgearbeitet. Dabei hat er sich an der bewährten Gliederung der "Eulen Europas" orientiert. Natürlich stammt auch das Artkapitel über den Fischadler aus seiner Feder, während die übrigen 44 Artkapitel von mir selbst entworfen worden sind.
Eine wichtige Grundlage für das neue Buch war auch der dringende Wunsch, die wunderschönen und sehr exakten farbigen Zeichnungen (Stand - und Flugbilder) des schwedischen Vogelmalers Dan Zetterström als Illustration für unser Buch zu bekommen. Diese kannte ich aus dem im kosmos-Verlag im Jahr 2000 erschienenen großformatigen Buch "Vögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens", das ursprünglich in Schweden herausgekommen war. Entsprechend meinem Wunsch musste der Verlag einen speziellen Vertrag mit Herrn Zetterström abschließen. Und um dann alle seine Greifvogelbilder verwenden zu können, war es nur folgerichtig, dass auch wir unserem Buch den Titel "Die Greifvögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens" gegeben haben. Das ist faunistisch betrachtet eine Einheit, nämlich die "Westpaläarktis". Somit mussten insgesamt 45 Arten behandelt werden, 6 Arten mehr, als wenn wir uns auf die 39 Arten beschränkt hätten, die in Europa als Brutvögel vorkommen. Im Vergleich dazu behandelt das Buch "Die Eulen Europas" nur 13 Arten. Sehr eindrucksvoll finde ich die zusätzlichen Illustrationen von Dan Zetterström beim Fischadler (S. 116), ganz besonders beim Bartgeier (S. 133) und beim Savannenadler (S. 237). Daneben sind auch die 43 Schwarzweiß-Zeichnungen von Dr. Winfried Daunicht recht aussagekräftig. Und schließlich sind mein Co-Autor und ich dem Verlag besonders dankbar dafür, dass unser Buch mit fast 400 Farbfotos ausgestattet werden konnte. Sehr anerkennswert ist außerdem, dass der Ladenpreis unseres Buches gegenüber dem Vorläufer "Die Eulen Europas" nicht erhöht worden ist, obwohl der Umfang um fast 100 Seiten zugenommen hat.

Vorbereitung

Beim Entwurf der Artkapitel war ich natürlich darauf angewiesen, möglichst alle Veröffentlichungen zu lesen, die in den letzten Jahren zu einzelnen Arten erschienen waren und zwar aus dem ganzen Bereich der Westpaläarktis. Ohne die ständige und schnelle Hilfe der Damen des Dokumentenlieferdienstes der Universitätsbibliothek Senckenberg in Frankfurt, von wo mir Kopien aller gewünschten Publikationen (für jeweils 6,- Euro/Kopie) geliefert worden sind und auch alle möglichen Bücher, die ich zu Rate ziehen musste, ausgeliehen worden sind, hätte ich mein Werk nicht vollenden können. Insgesamt habe ich mehr als 600 kopierte Publikationen von dort erhalten. Auch die Bibliotheken der Vogelschutzwarte Frankfurt und der LÖBF Recklinghausen haben mich freundlicherweise mit Kopien und Veröffentlichungen unterstützt. Folglich sind die Verzeichnisse ausgewählter spezieller Literaturzitate am Schluss jedes Artkapitels als besonders wertvoll zu betrachten.

Die Systematik

Noch ein paar Worte zur systematischen Gliederung und zur Reihenfolge der einzelnen Arten. Die Systematik der Greifvögel und Falken unterliegt derzeit einer intensiven molekularbiologischen Bearbeitung, sodass ständig neue Ergebnisse publiziert werden und die natürlichen Verwandschaftsverhältnisse immer besser aufgeklärt werden. Infolgedessen haben wir uns in der Reihenfolge der behandelten Arten an der aktuellen deutschen Artenliste von Barthel & Helbig (2005, Limicola 19: 89 - 111) orientiert und diese um die nicht in Deutschland brütenden Arten nach Mitteilung von A.J. Helbig ergänzt. Wenn sich also jemand daran stört, dass beispielsweise Bart- und Schmutzgeier von den übrigen Geierarten der Westpaläarktis getrennt aufgeführt werden, weil dazwischen Wespenbussard und Schlangenadler stehen, dann hängt das mit dieser neuen Gruppierung aufgrund moderner Erkenntnisse zusammen.

Dank

An dieser Stelle möchte ich Herrn Dr. Jevgeni Shergalin (Tallinn, Estland) dankbar erwähnen, denn er hat mir die einschlägige russische Fachliteratur ins Englische übersetzt und zugeschickt. Gerade bei denjenigen Greifvogelarten, die nur in Osteuropa als Brutvögel vorkommen, z. B.: Schelladler, Steppenadler und Steppenweihe, war mir das eine sehr große und wichtige Hilfe.
In der Einleitung des Buches sind alle Kolleginnen und Kollegen namentlich aufgeführt, denen wir für die kritische Durchsicht von Entwürfen der Artkapitel sowie für wertvolle Ergänzungen zu danken haben; es sind 24 Personen. Weitere 88 Personen, die ebenfalls namentlich genannt sind, haben uns aktuelle Daten zu Verbreitung und Bestand der einzelnen Arten in den jeweiligen Ländern und zu sonstigen Fragen geliefert. Nur so war es möglich, die 45 Verbreitungskarten sowie Tabellen mit aktuellen Bestandszahlen zu erstellen. Auch diese Bestands-Tabellen sind als wichtige und wertvolle Schwerpunkte unseres neuen Buches zu betrachten.

Greifvögel brauchen Freunde

Mein Partner Dr. Daniel Schmidt und ich hoffen jedenfalls sehr, mit dieser reich bebilderten Darstellung viele neue Freunde für die Greifvögel gewinnen zu können. Übrigens ist noch zu erwähnen, dass gleichzeitig mit der deutschen Ausgabe auch eine niederländische erschienen ist. Infolgedessen können unsere dortigen Mitarbeiter das Buch in ihrer Muttersprache lesen, was mich auch sehr erfreut.

mit besten Grüßen Ihr Dr. Theodor Mebs

Die Autoren
 


Dr. Theodor Mebs


Dr. Daniel Schmidt

 

 

Federn
 


Schwanzfeder
Rauhfußkauz
Originallänge 10,5 cm


Steuerfeder
Wanderfalke
Originallänge 15,5 cm


Steuerfeder
Kornweihe, w
Originallänge 27,4 cm

 

 
   

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